Prolog, 06. August: Anreise und Sightseeing Berlin

Distanz
einige Kilometer Stadtcruising in Berlin
Fahrzeit
über den Tag verteilt
Geschwindigkeit
k. A.
Höhenmeter
k. A.
Höchster Punkt
wahrscheinlich Prenzlauer Berg
V max.
k. A.

Jan: CNL in Zürich

Ein bekanntes Gefühl: Es Sommer und ich sitze in einem Zug, der mich zum Startort einer mehrwöchigen Radtour durch Europa transportiert. Dieses Jahr ist es der Nachtzug von Zürich nach Berlin, wo ich dann morgen meine alten bewährten GND-Sommertourpartner Christian und Tobi sowie Claudia und Steffen treffe und versuche, mit Ihnen in knapp 19 Tagen Sankt Petersburg zu erreichen. Obwohl ich wegen einer mit Christian gewonnenen Wette kein Zelt transportieren muss, sind alle meine vier Gepäcktaschen fast voll. Insgesamt ist es übrigens die 13. Sommertour und die 2. für mein mittlerweile viertes Tourenrad. Man darf gespannt sein, inwiefern diese Sommertour in das bislang sehr abwechslungsreiche 2011 passt. Ich freue mich.

Christian: Prolog in InterRegio-Waggons

Was für eine Anreise im InterCity 2020, einem ProletenExpress der übelsten Sorte. Ganz klar, dass Papa hier immer auf ein 1. Klasse – Ticket umschwenkt, wenn er diesen Zug in Richtung Sylt nimmt. Ich habe kaum geschlafen, denn das konnte ich irgendwie nicht. Obwohl ich mich mittlerweile als alten Tourhasen bezeichnen würde, bin ich trotzdem ziemlich aufgeregt und voller Vorfreude auf die mittlerweile sechste Sommertour, die ich mit den GND-Gründungsvätern Jan und Tobi, der hochverehrten Teamärztin Claudia und unserem Tour-Frischling Steffen verbringen darf. Wochenlange Vorbereitung und Hinfiebern werden nun real umgesetzt, toll! Neuestes Feature: GNDAufkleber, mit denen wir unsere Anwesenheit vor Ort taggen werden.

In Berlin am Bahnhof erwartet mich der bis über beide Ohren strahlende Steffen, der zwar im Vergleich zu mir nicht den Spätbucheraufschlag via Hamburg buchen musste, dafür aber mit 130 Minuten Verspätung seines CNLs zu beeindrucken wusste. Schon bei den ersten Metern behäbigen Dahinrollen mit voller Beladung stellt sich das freudige Gefühl einer „großen Sache“ ein, verbunden mit der rhetorischen Frage „Und das will ich alles quer durch Europa schleppen?“. So beschließen wir Steffen und ich erstmal eben dieses Gepäck im Hostel am Charlottenburger Kiez abzugeben, fahren an der GND-Säule vorbei und nehmen auf dem Weg dorthin noch ein uriges Spiegeleifrühstück ein und lassen uns von der Bedienung und der kodderschnäuzigen Frau am Nachbartisch noch ein paar wertvolle Tipps geben wie „In Sankt Petersburg ist es bestimmt schön“ oder „Dett weeß ik nu och nit“. Ihren Ehemann ließ sie zu dessen eigenem Missfallen leider nicht zu Wort kommen, wer weiß, mit welchen Tipps und Räuberpistolen er uns noch hätte ausstatten können. Wir werden es nun wohl nie erfahren.

Der Ku-Damm mit dem KaDeWe erscheint uns ein würdiger Treffpunkt für ein Zusammentreffen mit Tobi zu sein, der uns dort am sehr belebten Straßenrand (samstags ist in Berlin schon merklich mehr los als z.B. in Oberzissen) mindestens ebenso strahlend erwartete wie zuvor Steffen mich. Vorm Kaisers gegenüber wollte es sich Tobi nicht nehmen lassen, den Boden unter den Rädern mit einer Flasche Sekt zu taufen, was aber wohl mehr an einer ungünstigen Packordnung lag als am Konsum zu vieler Schiffsstapelläufe im TV. Auf einer angrenzenden Wiese Eis schlemmend erwartenten wir Claudia, die als letzte Fahrerin auch schon diesen Samstag anreisen wollte. Gemeinsam rollten wir ein kleines Sight-Seeing-Programm in Berlin ab, wozu sich Fahrräder meiner Meinung übrigens am besten eignen, immer auf der Suche nach einem Blanko-Roadbook, Kreide und Brillenputztüchern.

Ein Tipp von Tobis Kumpel führte uns zum Abend in den Biergarten „Prater“, den wir zwar erst nach einem längeren Fussmarsch erreichten, der aber über ziemlich viele Zweifel erhaben ist und beendeten den Tag fast genauso rustikal, wie wir es letztes Jahr beim AlpEx jeden Abend taten (analog auch, weil wir uns ja auf dem Prenzlauer BERG befanden). Nun sind wir wieder im Hostel, welches voll ok, aber auch keine weiteren Ausführungen wert ist.

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