Ruhetage, 21./22. August: Tallinn

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Jan: Finnland und Bambiroschka vor dem Sturm

Was macht man bloss mit zwei Ruhetagen in Tallinn? Am zweiten kommt Claudia noch für das letzte Teilstück bis Sankt Petersburg, und am ersten kann man z.B. zum nördlichsten Punkt seines Lebens fahren (der lag bei mir bislang in Oslo).

Die Tallink-Fähre nach Helsinki benötigt 2 Stunden hin und 3:30 zurück, kostet 44 € hin und zurück, und ist mit ca. 4 Bars und 4 Restaurants völlig überdimensioniert. Dafür legt sie vor der Zeit ab und kommt vor der Zeit an. In Helsinki gefielen mir vor allem zwei Kirchen sehr gut (die ein bisschen an Montmartre erinnert haben), ansonsten bleibt mir die Innenstadt vor allem durch lustige finnische Wörter auf Schildern in Erinnerung. Bei der Rückkehr gegen 22 Uhr trafen wir dann sogar noch Tobi im McDonald’s (wo sonst?), der daheim geblieben und am Strand war, beim Verzehr von drei Burgern.

Den zweiten Ruhetag verbrachten wir mit empfehlenswerten Pfannkuchen im “Kompressor” und einer Orgie von Spaghetti Bolognese, nachdem Claudia nun auch in Tallinn angekommen war, sowie der Geburtsstunde des zukünftigen Kultgetränks Bambiroschka, dessen Rezeptur natürlich geheim bleiben muss. Die Typen im Hostel sind übrigens irgendwie komisch drauf. Das wird Christian mit seinem Hostel sicher mal besser machen.

Christian: Von Finnen, Pfannkuchen, Spag-Bollo und Bambiroschka

Anscheinend liegt mir die gestrige Etappe schwer in den Beinen, denn ich habe unheimlich viel geschlafen. So gut ausgeruht machen wir uns zu dritt (Tobi möchte noch nicht aufstehen) auf den Weg zum Hafen, sichern uns Tickets für die Überfahrt nach Helsinki und breiten auf dem Sonnendeck unsere Frühstücksmitbringsel aus. Nebenbei entledigen wir uns pö a pö unserer Herbstkleidung, denn die Sonne brennt regelrecht vom blauen Himmel. Schneller, als wir uns ausgezogen haben zippen wir sämtliche Hosenteile und Softshells jedoch wieder zusammen, denn die kühlende Wirkung von Fahrtwind auf hoher See sollte man nicht unterschätzen. Ein Rundgang durch das üppig ausgestattete Schiff überzeugt mich mehr in meinem Vorhaben, irgendwann auch mal ne Kreuzfahrt zu machen.

Durch Schereninseln hindurch erreichen wir Helsinki und werden zuerst durch einen Flohmarkt begrüßt, bei der sich Jan eine Geldbörse mit trolligem Aufdruck erwirbt. Ein paar Meter weiter erwartet uns eine, mir immer noch nicht ganz klar gewordene Basteldemo. Ist wohl der Kulturunterschied. Ansonsten aber ist Helsinki eher unspektakulär, also gar nicht hässlich, aber auch nicht unbedingt etwas besonders. Es gibt einen Bahnhof, an dem Direktzüge nach Sankt Petersburg abfahren, einige schicke Gebäude und Kirchen sowie die erwarteten hohen Preise. Die Rückreisefähre war ähnlich groß wie die erste, aber von den dutzend Bars war nur in einer etwas los, trotzdem hatten alle geöffnet. Nach dem Sonnenuntergang kamen wir auch schon wieder in Tallinn an und probierten die in Deutschland unbekannte Burgerkette Hesburger aus. Nicht so hingegen Tobi, den wir später bei McDonalds aufgabeln sollten und der von einer guided Tour durch Tallinn und dem städtischen Strand zu berichten wusste.

Aus der Reihe GND goes Kultur Am nächsten Tag lief es dann anders rum und Tobi setzte sich in aller Frühe mit dem Katamaran in Richtung Helsinki in Bewegung und wir folgten dem Rat der Hostelmama, unser Frühstück in einem Pfannkuchenrestaurant einzunehmen. Ein wirklich guter Tipp! Mit dem Hintergrundwissen von Tobis Stadtführung nahmen wir nun Tallin auch detailierter unter die Lupe und fanden weitere schöne Ecken, sowie einen russischen Markt in der Nähe des Bahnhofs, auf dem man alles kaufen kann, was irgendwie skurril erscheint (zumindest für uns Mitteleuropäer). Gegen Nachmittag fand dann das eigentliche Highlight des Tages statt: Es stand die Wiederinempfangnahme von Claudia an. Am Rathausplatz stieß sie dann wieder frisch und munter auf das Team und wir zeigten ihr die schönsten Sehenswürdigkeiten, welche wir ja nun schon aus dem ff kennen. Mir kommt die bekannte Redewendung eines Bonner Profs in den Kopf „Ich denke, Sie sind jetzt alle Tallinn-Experten“. Am Abend machen wir es uns in der Hostelküche gemütlich und bereiten uns Spaghetti Bolognese zu wie einst in San Sebastian. Tobi ist nun auch wieder zurück – schön, alle beisammen zu haben und morgen die Straße zurückzuerobern. Wird auch Zeit, finde ich.

Nicht vernachlässigen darf man an diesem Abend die Initiierung eines neuen Kultgetränks durch Jan, nämlich Bambiroschka, der nach einem ausgeklügelten und absolut geheimen Plan Cola, Rotwein und Wodka so geschickt mischt, dass ein schmackhaftes Getränk entsteht, welches auch Globetrotter überzeugt, die aussehen, wie einst Rudolph Scharping.

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