13. Etappe, 01. November: Moron de la Frontera - Sevilla

Distanz
79,23 km
Fahrzeit
3 h 59 min
Geschwindigkeit
19,85 km/h
Höhenmeter
296 m
Höchster Punkt
169 m NN
V max.
42,30 km/h

Jan: This is the end - olé!

Die zweitkürzeste Sommertour ist heute in Sevilla geendet - und es waren doch 10 km mehr als gedacht.

Der Wirt der Taruga-Bar in Morón servierte uns tatsächlich noch ein schmackhaftes Frühstück, während der Typ, der gestern als letzter aus der Bar gefegt wurde, sich schon den ersten Klaren genehmigte. Ist halt Feiertag, deshalb entschuldigte sich der Wirt ja auch gestern, dass er heute erst um 7 aufmacht. Passt schon, wir sehen das nicht so eng :) Auf der 45 km langen Landstraße nach Sevilla waren auch etliche Rennradler zur Allerheiligen-Tour unterwegs. Ansonsten führte die Straße tendenziell durchs weite, eher flache Nichts. In Alcala gelangten wir wieder auf eine Autovia, diesmal war sie allerdings für Rennradler ausdrücklich gesperrt.

Das traf sich gut, hatten wir doch noch eine Menge Zeit am frühen Nachmittag für Umwege. Nachdem wir eine weitere Autovia gekreuzt hatten, waren aller guten Dinge drei, und bei Dos Hermanas gelangten wir auf die E5 - sieht zwar auch wie eine Autobahn aus, ist aber keine. Bald erreichten wir Sevilla, tranken Sekt an der Tankstelle wie schon 2006, und gelangten auf einen Fahrradweg, der mal plötzlich auf der linken Straßenseite aufhörte und ganz woanders wieder anfing - egal, wir haben die wohl schönste Stadt dieser Tour erreicht, die Sonne lacht, hier laufen wieder viele normale, gutaussehende Menschen herum, und unser Oasis-Hostel (der Name verpflichtet schließlich auch) macht auch einen prima ersten Eindruck. Sevilla selbst hat irgendwie etwas von München. Ich glaube, wir kommen 2013 wieder und schließen das Teilstück ins Baskenland.

PS: Erinnern Sie sich noch an die spanische Burgerkette? Hat ein neues Design. Und damit zurück in die Arktis. Und zum Stichwort Oasis: We don’t look back in anger.

 

Christian:

Fokussiert und ohne Berge rollt der Maghreb-Express seinem Endziel Sevilla entgegen. Es ist Allerheiligen und deshalb im erzkatholischen Spanien wahrscheinlich auch genauso wenig los, wie in Marokko beim Opferfest. Die Straße gehört uns, mal wieder! Jan sollte mit seiner Ankündigung, dass da kein Ort mehr bis nach Sevilla kommt, richtig liegen, das einzig belebte war der große Militärflughafen, den wir halb umrundet haben. Selbst die Bahnstrecke wurde schon längst stillgelegt und fügt sich wunderbar in die gelegentlichen Baumwollfelder ein. Unsere Pause verbringen wir somit direkt am Streckenrand, denn auch Tankstellen hat es hier nicht. Claudia hat uns dazu eine passend trockene Stelle ausgesucht.

Die Erreichbarkeit bestimmter Orte ist in Spanien nicht auf das Fahrrad zugeschnitten und weil kurz vor Sevilla nahezu jede Straße in eine für Radfahrer gesperrte Autobahn mutiert, eiern  wir zwangsweise noch einige Kilometer auf dem äußeren Ring um Sevilla herum, bis wir dann endlich ein Schlupfloch hinein finden.  In den Stadtgrenzen von beginnen dann auch wieder extra zweispurige Radwege für uns, die in großen, geschwungenen Kurven an Kreuzungen vorbei führen, die am Stadion von Betis Sevilla entlang verlaufen (bei dem man nicht sicher ist, ob da mal ein Rand eingestürzt ist oder drangebaut werden soll oder beides) und die leider auch ganz plötzlich mal aufhören, nämlich im Gegenverkehr einer Autobahn. Schade, aber diese Wegeführung muss den Inhaber der wenig später folgenden Tankstelle ein Vermögen gekostet haben und so statten auch wir ihm einen Besuch ab. Stylisch improvisiert begießen wir hier die Ankunft (wie wir nun genau in die Stadt kommen, wissen wir zwar noch nicht) mit zwei Piccolos Cava aus 1-Liter-Plastikbechern. Herrlich!

Jetzt also noch die letzten Meter zum Hostel, wo ich uns einen Platz vorgesichert habe. Aus internen Gründen hat man uns zwar vom „Oasis Backpackers‘ Hostel“ auf das „Oasis Backpackers‘ Palace“ umgebucht, aber Hauptsache überhaupt etwas frei für uns, in der Stadt wimmelt es nämlich nur so von Backpackern und daher wurden auch einige Ankömmlinge in unserem Hostel auch gleich wieder abgewimmelt. Nebenbei finde ich, dass die Bezeichnung „Palace“ sowieso standesgemäßer klingt.  Und tatsächlich bietet das riesige Hostel eigentlich alles: Musik, Leute, Küche, einen Pool auf der Dachterasse, eine gratis Stadtführung, eine Bar und einen allzu chilligen Langhaarfranzosen, der uns unter anderem anbietet, ein Foto von uns zu machen.

Wir fackeln nicht lange und stürzen uns ins Getümmel. Krasse Stadt, bekommt die GND-Advisor  Reiseempfehlung! Weniger empfehlenswert ist ein Grand Cafe, welches wir für uns auserkoren haben. Nach gefühlten 10 Anläufen habe ich endlich eine vorrätige Speise bestellen können, aber Philipp wartete auf sein bestelltes Schoko-Eis vergeblich. Das gelieferte Analog-Eis kann seinen kulinarischen Zorn auch nur bedingt dämpfen. Der Kellner scheint aber auch noch nicht zu sehr lange im Gastgewerbe tätig zu sein.

Satt und müde. Wie heißt nochmal diese spanische Burgerkette?

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