Touriprogramm, 02. November: Mit der Bahn nach Cordoba

Distanz
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Fahrzeit
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Geschwindigkeit
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Höhenmeter
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Höchster Punkt
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V max.
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Christian:

Es ist immer gut gewählt, wenn wir bei einer solchen Tour einen Tag als Puffer haben. Braucht man ihn nicht, dann hat man ihn übrig und sollte ihn mit Sinn füllen. In unserem Fall heißt das, nach Cordoba aufzubrechen. Dazu  ist es ein guter Rat, schnell das viel zu frühstückshektische Hostel zu verlassen und den Bahnhof aufzusuchen. Man verlangt hier einen stolzen Preis für die Hochgeschwindigkeitsbeförderung nach Cordoba, hat dafür aber direkt eine Sitzplatzreservierung  und einen Satz Kopfhörer für die onboard-Unterhaltung („Ziemlich beste Freunde“) mit inbegriffen. Die Fahrkartenkontrolle erfolgt hier auch nicht erst im Zug, sondern direkt beim Betreten des Bahnsteigs. Von der dargebotenen Bordunterhaltung brauchten Jan und ich keinen Gebrauch zu machen, denn uns gegenüber saß ein Mann, dessen Namen ich natürlich wieder vergessen habe. Er begrüßte uns mit der Feststellung „Ahhh, Deutsche“ und stellte sich als polnischer Ingenieur vor, der beruflich auf dem Rückweg von Spanien nach Danzig ist. Obwohl er als Autodidaktler meines Erachtens nach sehr gut Deutsch sprach, einigten wir uns auf Englisch. Recht gewitzter Kerl, der nur zu gerne von seinen Schelmentaten, nämlich als Pole schnell und ohne Pause Auto zu fahren, berichtete. Nach den Dedeoglu-Brüdern 2009 und der illustren Runde in Königsberg 2011 bekommt er auf jeden Fall eine Pole-Position unter den fremden Gesprächspartnern bei dieser Tour.

In Cordoba müssen sich Bahnreisende erst einmal vom Bahnhof in die eigentliche City vorkämpfen, ähnlich wie in Mainz oder Karlsruhe. Wir machen erst einmal Pause, doch die schnippische Kellnerin will meine Frage nach Churros partout nicht verstehen, obwohl ich mir alle Mühe gab, es richtig auszusprechen. Der Cafe con leche ist aber auch schonmal was. Cordoba, das laut Referat (warum gibt es eigentlich dieses Jahr keinen Reader?) früher einmal äußerst bedeutend war, hat einen ziemlichen Charme und ist im Vergleich zu Sevilla nicht ganz so überlaufen. Wegen zu komplizierter Rahmenbedingungen, lehnen wir eine günstige Weinprobe in der Markthalle ab und bestaunen lieber einen alten römischen Tempel und die große Kirche, formally known as a Moschee. Bißchen Touristennepp ist hier schon, denn für 18,- Euro Eintritt pro Person verzichten wir auf die innere Besichtigung der Kirche und walzen stadtdessen lieber 5,- Cent-Münzen platt. Außerdem gibt es endlich Churros, was nicht gleichzeitig heißt, dass diese auch gut waren. Aber mein kulinarischer Groll ist im Vergleich zu Philipps Schoko-Eis-Fiasko gestern noch überschaubar. Einen spektakulären i-Punkt auf den heutigen Ausflug setzt ein Lokal, in dem man gediegen Oktoberfest mit Radeberger-Pils vom Fass feiert. Dazu hätte sicherlich gut eine  Cervelatwurst (als typisch deutsche Wurst zum Oktoberfest) gepasst J  Macht aber nix, denn es war wirklich eine Gaui, dort noch einzukehren und geschmeckt hat das Bier auch. Und damit zurück nach Sevilla.

Während wir im Hostel einen kurzen Zwischenstopp einlegten, besann sich der eintreffende Herbst auf das, was er am besten kann: regnen. Und das nicht wenig. So machten wir uns am Abend wenig Mühe bei der Auswahl der Restaurants für das letzte Abendessen, Hauptsache schnell wieder ein Dach über dem Kopf und fanden uns in einem zwei geschossigen Restaurant wieder, in dem das Design der einen Etage von dem der anderen so stark wie selten unterscheidet. Und ein gemütliches-holziges Lokal, oben eher ein gefliestes Schnellrestaurant mit Badezimmeratmosphäre. Dem Geschmack tat das keinen Abbruch, denn Burger und Wein waren ganz vorzüglich. Claudia war bisher noch komplett churrolos geblieben und erörterte, dass zu guten Churros dickflüssige Schokolade gehöre und sie auch schon wisse, wo so etwas zu bekommen sei. Dem Regen trotzend und nebenbei eine Ben&Jerrys-Eiswaffel mampfend suchten wir eine entsprechende Lokalität auf und begleiteten die Churro-Orgie mit einem gepflegten Campari. Es gibt gar nicht genug Möglichkeiten, auf die Tour anzustoßen. Ebenso wie in der Hostelbar, wo uns ein spanischer Flaggenschnaps, ich vermute Tequila Sunrise, kredenzt wurde. So, noch eine Nacht, danach wieder in den eigenen Federn.

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