km
0: münchen
Dank
u wel!
Nicht nur die Tour de France, auch
die Deutsche Bahn und ihr CityNightLine von Amsterdam nach Süden haben
es nicht leicht. Nicht nur, dass die Holländer es normal finden, sich
zwischen 0 und 6 Uhr nachts meistens alkoholisiert über drei Ruhesesselreihen
hinweg zu unter- und somit den Rest des Abteils wachzuhalten (einen
Liegewagen nehme ich mir erst als entsprechend bezahlter Diplom-Geograph
;-) ), nein, jetzt – darauf wies der Schaffner mehrmals hin – verschleppen
unsere Lieblingsnachbarn auch noch 1 Stunde Verspätung nach Bonn. So
durfte ich noch eine Stunde mit Christian Retsina (nein, nicht Rendzina)
auf Gleis 3 trinken, bevor ich dann in den Zug ein- und schliesslich
um 8.20 aus ebendiesem in München ausstieg. Dies
ist eine relativ schlechte Zeit, um einen Zug um 7.26 Uhr nach Klagenfurt
zu erreichen. Soweit ich das in der ersten Enttäuschung feststellen
konnte, war das auch der einzige Zug mit Fahrradmitnahme nach Kärnten
am heutigen Tag. Anyway, ich sitze jetzt in einer Regionalbahn nach
Salzburg, bin mir im klaren darüber, dass ich wohl leider erst am 31.7.
bei Petra in Zagreb sein kann und morgen bei Regen die Alpen überqüren
muss, da ich es heute mit diesem unglaublich schwer beladenen Rad weder
mit Zug noch mit Muskelkraft a la Michael Rasmussen (der Mann, der im
Gelben Trikot fuhr, bevor irgendwem auffiel, dass er das ganze Jahr
nicht zu Dopingkontrollen erschienen war – Team Rabobank, Holland) zumal
ohne Testosteron, Fremdalkohol und oxidiertem Eigenblut nach Ljubljana
schaffen werde. Wahrscheinlich besteht die Kunst auf dieser Tour wirklich
darin, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Anm.:
Wer hofft, hier Holland-Feindlichkeit des Autors zu entdecken, den muss
ich leider enttäuschen. Mein grossartiges Rad wurde in Heerenveen gebaut,
das Team Rabobank ist spätestens seit der Suspendierung Rasmussens meine
Lieblingsmannschaft, ich mochte Richard Krajicek, das Radwegenetz ist
weltmeisterlich, ich trinke gerne mal Vla oder Heineken, ich habe Karneval
in Eindhoven gefeiert und bin schon an der Bavaria-Brauerei in Lieshout
vorbeigefahren. Komische Leute gibt es in allen Ländern zu genüge.
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