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#1 Sa 11.08.07 Grödig, km 129

München – Grödig. 129 km, 18,9 km/h. Wetter: 16°C, starker Regen
Team:
Christian, Georg, Meike, Thomas, Tobi.

Gesetz der Serie oder 'An einem Tag kann sensationell viel schief gehen'

OK, erst nur die nüchternen Rahmendaten: Wir sind von München nach Grödig gekommen. Grödig ist ein kleiner Ort kurz hinter Salzburg. Wir haben Meike und Thomas in Rosenheim am Bahnhof aufgegabelt und Tobi in Traunstein getroffen. Also alles hervorragend gelaufen? Denkste!

Den Weg aus München raus haben wir recht gut gefunden., Zwar sind ein paar kleine Umwege dabei, aber das ist mit dem Fahrrad in einer unbekannten Großstadt ja nichts wirklich tragisches. Allerdings müssen wir ja zugeben, noch nicht in unserem richtigen Tourrhythmus gewesen zu sein, und so ist es beim Aufbruch auch schon 11 Uhr - aber wir sind dafür zumindest gut ausgeschlafen und topfit. Ein paar Regentropfen draußen gibt es zwar, aber im Großen und Ganzen ist es noch trocken.

Irgendwo nach München in der Walachei, genauer gesagt, hinter dem Ort Haßlach, folgt nun die bayrische Realität nicht mehr unserer, wahrscheinlich preußischen, Karte. Es sind Orte ausgeschildert, die es laut Karte hier nicht geben dürfte und die Straße ist kurviger als wir es erwarten. Jetzt weiß ich auch was es bedeutet, wenn es heißt "Karten vereinfachen, generalisieren die Realität". Kurz gesagt: Spätestens jetzt wird uns klar, dass wir uns grandios verfahren haben.

Georg hat sich nebenbei leider schon am ersten Einsatztag seine Regenhose zerstört, indem er sie zweimal vom eigenen Kettenblatt hat einsaugen lassen. Mein Tipp, die Hose doch in die Socken zu stecken, kommt wohlwollend, aber auch wohl etwas zu spät.

Nachdem wir zwei nette Reiterinnen ("Ich fahr da zwar jeden Tag lang, aber habe keine Ahnung wie die Orte heißen") und ein Ehepaar mit Hund gefragt haben, finden wir wieder auf den rechten Weg zurück, nun leider bei einsetzendem Regen. Mit nicht geringer Verspätung treffen wir somit auf Meike und Thomas am Rosenheimer Bahnhof. Die beiden nahmen die Bahn und trafen pünktlich ein, so dass sie nicht nur trocken, sondern auch wenig pausenbedürftig sind. Trotzdem beschließen wir, uns im Bahnhof zu stärken und den Starkregenschauer noch abzuwarten. Diese Siesta erstreckt sich auf ca. eine Stunde und der Regen denkt noch immer nicht ans aufhören.

Unter slowenischen Bedingungen meistern wir die ziemlich hügelige Landschaft in Richtung Chiemsee und erfahren, dass sich bayrische Rentnergruppen durch solch ein Wetter nicht von gesellig-zünftigen Nachmittagen abbringen lassen. Neben durchaus bemerkenswerter Bewunderung zollen sie uns auch noch einen heißen Tipp zurück auf die richtige Straße.

Allerdings haben wir in Prien am Chiemsee dann doch leider sämtliche Motivation aufgebraucht, alle sind durchnässt und ausgekühlt, so dass wir beschließen, mit dem Zug die Strecke nach Freilassing zu überbrücken. Leider läuft auch dieser Plan nicht ganz rund, denn ich habe mir nochmal 10 Euro abziehen lassen. Kurz dazu: Ich habe einer seriös anmutenden Dame ihr Bayern-Ticket für 10 Euro anstatt der regulären 19 Euro abgekauft. Tolles Geschäft, möchte man denken. Allerdings nicht für mich, denn die Dame verkauft mir ein "Bayern-Ticket Single" und nicht die Version für fünf Personen. Wir aber sind fünf Personen und das Ticket somit leider nutzlos. Naja, shit happens halt.

Erstmal läuft nun wieder alles rund, und in Traunstein steigt wie abgesprochen Tobi zu uns in den Zug. Nun ist unser Team bis Zagreb also komplett. In Freilassing geht es raus aus dem Zug, um per Velo den ersten Grenzübertritt zu vollziehen und nach Salzburg einzurollen. Dort angekommen erfahren wir dann allerdings, das just heute in Salzburg Festspiele sind. Als logische Folge sind leider alle Gästebetten besetzt, und wir geben nicht auf, unser Glück im nächsten Ort zu versuchen. Somit radeln wir bei einsetzender Dunkelheit die Salzach hoch. Zugegebenermaßen fahren wir nicht langsam und plötzlich war Tobi weg. Schlimmer noch: Ich habe einen entgangenen Anruf von ihm auf dem Handy, versuche, zurückzurufen, doch entweder er hebt nicht ab oder ist generell nicht zu erreichen. Wir radeln deshalb in ernster Sorge den kompletten Weg zurück und scannen dabei den Wegesrand, weil Tobi ja durchaus gestürzt sein könnte. Nach einer guten Stunde und fast wieder zurück in Salzburg, meldet sich Tobi endlich wieder. Er nahm einen anderen Weg und hatte bereits nach einer Unterkunft Ausschau gehalten - leider ohne Erfolg.

Deshalb suchen wir, immer noch im Regen und nun noch bei Dunkelheit, weiter eine Bleibe für die Nacht. In einem noblen Golfhotel kann uns die Rezeptionistin zwar kein freies Zimmer mehr anbieten, aber sie telefoniert sich die Finger wund und organisiert uns somit noch ein freies Zimmer in Grödig. Damit bekommt sie den ersten Lance dieser Tour verliehen. Das versprochene Hotel war schnell gefunden, das teuerste der gesamten Reise übrigens, aber trocken und was Gutes zu essen gibt es auch noch. Grödig gut, alles gut.

Einer taffen Angestellten (vielleicht sogar Juniorchefin) kann ich noch folgende Worte für mein Tourbuch abringen:

"Trotz Regen habt ihr es geschafft, zu später Stunde im Hotel Unterberg euer Quartier zu beziehen. Komplett durchnässt innen so wie außen konnten wir Euren Heißhunger trotz später Stunde noch stillen.
Gute Weiterfahrt und besseres Wetter wünscht Euch
Nadine und unsere Unterberg-Crew
"