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#2 So 12.08.07 Obertauern, km 224

Grödig – Obertauern. 95 km, 16,2 km/h. Wetter: 22°C, bedeckt - später sonnig
Team: Christian, Georg, Meike, Thomas, Tobi.

900 Meter auf 20 km - das ist eigentlich nicht viel!

Durch klasse Betten, eine komfortable Dusche und ein gutes Frühstücksbuffet mit 100% Motivation versorgt, stellen wir zunächst eine leichte Diskrepanz zwischen Wetterbericht und Wetterwirklichkeit fest. Die Wolken solllten sich angeblich aufgelöst haben und der Sonne außerreichend Lücken zum scheinen bieten. Was sich uns darbietet, hat damit leider nicht viel zu tun: Regen! Kaum bin ich mal nicht bei Wetteronline...

Wir machen uns trotzdem wagemutig, wenn auch mit leichter Verspätung (das sprichwörtliche Warten auf besseres Wetter) auf die Socken, und es läuft. Zumindest für 4 km. Denn wir waren wieder in Deutschland. Das habe ich eigentlich erst wieder in 1,5 Monaten erwartet. Nach kurzem irritierten Weiterfahren entschließen wir uns dann doch für eine Umkehr und schlagen postwendend den richtigen Weg ein, der uns dem Tagesziel und Georgs Gepäckträgerbruch näher bringen wird. Den Gepäckträgerbruch haben wir aber schnell und souverän im Griff, dank der 2006 entdeckten Allzweckwaffe "Kabelbinder". Die Konstruktion sieht zwar etwas abenteuerlich aus, aber a) befinden wir uns ja auch auf einem Abenteuer und b) sind die Sorgen, ob das alles so hält, die größte Beeinträchtigung, mit der wir nun leben müssen.

Das Wetter ist mittlerweile auch zum Guten umgeschlagen und wir radeln fast wie auf einer Sonntagstour das Salzachtal hinauf, machen Fotos und eine Tankstellenpause, an der Meike Tendenzen zu unfreiwilligem, selbstverletzenden Verhalten zeigt, indem sie mit dem Taschenmesser ihr vegetarisches Essen traktiert. Es ist nur ein kleiner Schnitt, aber damit ist die Bühne frei für den ersten Einsatz meiner Erste-Hilfe- und Medizintüte. Schön zu wissen, sie nicht umsonst mitzuschleppen.

Nach der Pause fahren wir weiter und biegen kurz vor Bischofshofen ins Fritzbachtal ein. Der erste kleine Bergwertungstest, denn am Ende wollen wir uns ins auf 858 m ü. N.N. gelegene Radstadt hochgeschraubt haben. Das Tal ist radfahrtechnisch ein nettes und unser Fahrerfeld reißt nicht sonderlich stark auseinander, beschert Thomas aber leider erste Knieschmerzen.

In Radstadt pausieren wir nochmals ausgiebig und ich vernehme Töne, die von Feierabend sprechen, damit man den Radstädter Tauernpass morgen früh ausgeruht und mit voller Energie fahren könne. "Das kommt aber nicht in die Tüte" denke ich, und motiviere mit mathematischen Steigungsvorhersagen: "ca. 900 Höhenmeter auf ungefähr 20 km, das sind nur 4,5% - Steigung im Durchschnitt. Selbst wenn es auf 6% hinausläuft, wäre das doch machbar". Leider liege ich mit dieser Vorhersage genauso daneben wie der Wetterdienst mit dem Vormittagswetter.

Es geht ca. 12 km durch eine muntere Hügellandschaft auf und ab, jedoch ohne nennenswerten tatsächlichen Höhengewinn. Der Beginn der Bergfahrt kündigt sich dann durch ein sehr steil wirkendes, von Weitem sichtbaren und schnurgerades Stück Straße an. Man radelt nun durch ein ziemlich enges Bachtal und viele Kurven zu einer Zwischenalm, an der die Hälfte geschafft sein sollte. Meike und ich teilen uns mit klarem Vorsprung das Bergtrikot und versuchen den Zustand der restlichen Teammitglieder per Handy zu erfragen. Nach kurzer Absprache beschließen wir, den Pass trotz langsam einsetzender Dunkelheit noch zu meistern. Die verbleiben 400 Höhenmeter wirken zäh, aber ein Radfahrer, der uns einige Zeit vorher überholt hat, unterbricht seine Abfahrt, um uns zu sagen, dass es nicht mehr allzu weit seit. Somit bekommt er den Lance des Tages, denn von nun an fährt es sich, als hätte ich heimlich einen Motor in Ricola eingebaut.

Am Pass, der gleichzeitig auch der Ort Obertauern ist, gestaltet sich die Hotelsuche im Vergleich zum Vortag sehr unkompliziert, denn schon die zweite Anfrage war ein Treffer und wir schlagen zu. Geil, übernachten auf 1.800 m ü. N.N., eine Dusche, deftiges Abendessen, lecker Bier und ein Bett. Radfahrerherz, was willst du mehr?