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#17 Do, 30.08.07 Burgas, km 1888 (Jan) 2165 (Christian)

Sliven - Burgas. 105 km, 25,8 km/h. Wetter: 32°C, Sonne, Rückenwind.
Team: Christian, Georg, Jan, Robert, Tobi.

Ans Schwarze Meer ...

... haben wir es tatsächlich in zwei Wochen von Zagreb geschafft. Und heute war die schnellste Etappe, die ich je mit voll bepacktem Tourenrad gefahren bin.

Gegen 7 Uhr fuhr ein VW-Bus in unser Nachtquartier in den Weinbergen von Sliven, ließ uns aber in Ruhe frühstücken und abbauen. Darauf folgte eine Fahrt bei hervorragendem Rückenwind. Größtenteils ging es bergab, oft auch bergauf auf der 6, wo der Lastwagen- und sonstige Verkehr fast unerträglich geworden war. Im Weinort Karnobat fanden wir den ersten richtigen Supermarkt seit Sofia, der allerdings eine für die Größe enttäuschende Auswahl hatte. Z.B. gab es wie in ganz Bulgarien keinen trinkfertigen Kakao, nur Unmengen von Sauermilch. Vielleicht kennen die Bulgaren Kakao gar nicht. Dafür gibt es einen Aufpasser, der dafür sorgt, dass ich den Inhalt meiner Fahrradtaschen nicht auf dem menschenleeren Parkplatz ausbreite. Wenn es schon öde ist, dann soll es offensichtlich wenigstens sauber sein.

Tobi sagte wegen Magenproblemen gar nichts und verlor auf den weiteren Kilometern nach Burgas sogar Platz 4 der Gesamtwertung. Bald konnte man die Skyline von Burgas (Hochhäuser und Kräne, so weit das Auge reicht) sehen. Bei km 106 hatten wir ein Hotel für rund 11 Euro pro Person erreicht, und daraufhin folgte ein Bad im Schwarzen Meer. So schlecht wie im Lonely Planet ist der Strand von Burgas gar nicht. Wen stören schon Kräne? Das Wasser ist warm und wenig salzig. Tobi isst Salzstangen und guckt mit ganz rotem Kopf MTV, wo wie immer «Umbrella» von Rihanna und das nervige Lied vom nervigen Enrique Iglesias laufen. Meine Beine sind schwer, ich habe die Quietschursache, nämlich eine Wespe, aus meinem Schaltwerk entfernt und der Oberschenkel wird etwas besser. Die Frau an der Rezeption spricht fließend Deutsch, am Kettenrauchen erkennt man aber, dass sie aus Osteuropa kommt.

Das anschließende Abendprogramm bestand darin, die Fußgängerzone auf- und abzugehen und russisch-, deutsch- und englischsprachige Immobilienangebote ohne Preis unter die Lupe zu nehmen. Dabei konnte man feststellen, dass auch für Frauen leider Leichtbekleidetsein nicht immer mit Schönheit einhergeht, schon gar nicht in Bulgarien. Nach einem Stück Pizza mit Ketchup (Nationalgericht) genossen wir noch ein Maß Kamenitza für 75 Cent mit Schwarzmeerblick am Tisch einer Promenadenkneipe. Über den Tisch wurde Christian anschließend beim Eiskauf gezogen: Da das Eis hier ja bekanntlich nach Gewicht berechnet wird, tat der schelmische Eisverkäufer ihm eine Riesenportion für umgerechnet 2,57 Euro auf. In unserer unendlichen Großmütigkeit halfen wir ihm, die Familienpackung zu verzehren. Ich hoffe, Christian hat morgen nicht die Magenprobleme, die die anderen in den letzten Tagen hatten.

 

Christian: Noch bevor es richtig losgehen konnte, war die Luft raus! Nämlich mal wieder aus Roberts Anhängerreifen. Selbstbewusst gewährte er uns einen Vorsprung, während er seinen Platten reparierte. Wir fanden eine Tankstelle am Weg, wo wir uns mit dem Nötigsten für die nächsten Kilometer versorgten. Der Tankstellenpächter war sehr freundlich und sogar kommunikativ. Er erklärte uns, dass es neue, kürzere Straße nach Burgas gebe, die wir als Radfahrer aber leider nicht benutzen dürfen. Aber auch, wenn wir den vermeitlich längeren Weg nehmen müssen, wollen wir es heute bis Burgas schaffen und geben dementsprechend Gas.

Burgas macht auf mich einen guten Eindruck. Es ist ein schönes, belebtes Städtchen, und ich kann eigentlich nichts Hässliches entdecken, auch wenn ich mich aufgrund der Beschreibungen im Reiseführer noch so anstrenge. Das Hotel ist ebenfalls super (sogar mit Klimaanlage und Fernseher) und ich freue mich wie ein kleines Kind, wieder eine große Dusche zu haben. Bei dieser Gelegenheit kann ich auch meine Klamotten wieder mal waschen.

Jan, Robert und ich machen uns danach auf durch die Innenstadt, welche direkt auf den Strand führt. Zum ersten mal stehe ich nun im Schwarzen Meer. Ein Zwischenziel ist erreicht, der Moment ist kaum zu beschreiben. Bei soviel guter Laune macht es mir auch nichts aus, mit ca. zwei Kilo Eis der gleichen Sorte in einer Waffel beglückt zu werden. Aber, wie es Jan ja bereits erwähnt hat, halfen mir die beiden freundlicherweise beim Genuss der Riesenkugel.

Am späteren Abend gehen wir nochmal zum Strand, genehmigen uns ein Bier mit Blick auf die einbrechende Nacht am Meer und fallen danach ins bequeme Hotelbett.