#18 Do, 31.08.07 Sozopol, km 1927 (Jan) 2204 (Christian)
Burgas - Sozopol. 38 km, 21,7 km/h. Wetter:
28°C, heiter bis wolkig.
Team: Christian, Georg, Jan, Robert, Tobi.

Das wenig
salzige Badewasser macht sehr durstig
Unter einem Ruhetag verstehen
wir eine Tour von 38 km. Die Fahrt führte uns auf einer vierspurigen
Straße ins angeblich viel schönere Sozopol am Schwarzen
Meer. Dort campen wir bei weiterhin hochsommerlichen Bedingungen,
baden und kommentierten eine leider nur fiktive Bundesligaschlusskonferenz,
in der der Abstieg des VfL Wolfsburg besiegelt wird («Das hat
mit Fußball nichts zu tun, und die Tage von Felix Magath dürften
in Wolfsburg nach der zehnten Niederlage in Folge endgültig gezählt
sein»), verlieren im Beach-Volleyball trotz guter Leistung gegen
Bulgaren und gegeneinander im Skat.
Auf diesen Badenachmittag
folgte ein Fußmarsch an der Küstenstraße, die durch
ihre Länge (ca. das Fünffache der Hauptstraße) und
die völliger Abwesenheit raumplanischer oder architektonischer
Leitlinien verblüffte. Knallgelbe, runde, toskanaähnliche
Villen und Reihenhäuser im Misburg-/Heiderhof-Stil wechselten
sich ab. Gemeinsam hatten diese Gebäude, dass immer Müll
davor lag.
Robert behauptete mit 2,5
Liter Bier in einer Stunde (!) Platz 1 in der Bierwertung, davon allein
vier Bier, während Tobi noch auf seinen flambierten Hühnchenspieß
warten musste. In Sozopol war viel los: Live-Musik, Döner, Ramsch,
Popcorn, Eis, Pfannkuchen, die in Burgas erwähnten Bulgarinnen,
ein Reisebus nach Istanbul, Auto-Scooter, Clubbing und eine Möglichkeit,
auf Osama Bin Laden zu schießen. Ich vermute mal, es war nicht
der Echte. Das Ganze wurde um 23 Uhr abgebaut und wir gingen schlafen.
Es hat wieder leicht geregnet in der Nacht.
Christian:
Die Suche nach einem geeigneten Campingplatz in Sozopol gestaltete
sich nicht wirklich leicht. Die Unstimmigkeiten innerhalb der Gruppe,
wo genau wir denn überhaupt unsere Zelte aufschlagen wollen,
lösten sich nach einer Ortsbegehung des ersten Campingplatzes
von selbst, woran die Sanitäranlagen nicht ganz unschuldig waren.
Ich möchte dabei betonen, dass wir echt nicht zimperlich sind,
aber das ging wirklich nicht. Somit landeten wir auf einem Campingplatz
etwas außerhalb, dessen Rezeptionistin auch wieder durch bulgarische
Freundlichkeit verblüffte.
Vor dem Strandprogramm musste Robert
noch einige Runden im Kreis fahren, um die 3.000 km auf seinem Tacho
zu sehen und Jan testete die Bulgarien-Trainingsjacke, die sich Tobi
am Vortag gekauft hatte.
Ungefähr so, wie sich im Ort
die Touristenmeile präsentierte, stelle ich mir auch die Anfänge
vom Ballermann auf Mallorca vor. Wir wurden satt, amüsierten
uns köstlich, genossen noch etwas die nächtliche Brandung,
bevor wir zum Zeltplatz, diesmal über die kürzere Hauptverkehrsstraße,
zurückkehrten.
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