#23 Mi, 05.09.07 Istanbul, km 2324 (Jan) 2609 (Christian)
Istanbul – Istanbul 24 km. 13,9 km/h.
Wetter: 32°C, sonnig.
Team: Christian, Georg, Jan, Robert, Tobi.

(Fast
ganz) mit dem Rad nach Asien
Nachdem Christian und ich
uns gestern noch die Haare hatten schneiden lassen und wir durch die
fußläufig gut erkundbare Stadt durch den Topkapi-Palast
zum Goldenen Horn und über den Basar gelaufen waren, war der
Plan heute eigentlich, mit dem Rad über den Bosporus zu fahren.
Allerdings ist diese Bosporus-Brücke für Räder gesperrt,
da man Angst hat, dass sich die Radler dort herunterstürzen würden,
was dem Einkommen der Stadt abträglich wäre. Das merkten
wir leider erst, als wir mitten auf der Autobahn an der Polizeistation
waren. Der Polizist war ratlos: Herüberfahren lassen konnte er
uns nicht, aber umdrehen auf einer Autobahn wäre auch etwas diffizil
gewesen. Etwas verzweifelt telefonierte er mit seinem Kollegen.
Genau im richtigen Moment
kam ein Bus vorbei, hielt an, öffnete seine Türen und nahm
uns und unsere Räder kostenlos auf die asiatische Seite mit.
Und dafür hatten wir uns jetzt die Serpentinen von Besiktas hochgekämpft!
Lustig. Auf der Abfahrt von der asiatischen Brückenseite, am
Ufer von Üsküdar, trafen wir zwei patente Tourenradler aus
Merseburg, die über die Karpaten hierher gefahren, auch von ihrer
Tour begeistert waren. Sie hatten mit einer kaputten Felge zu kämpfen
gehabt, die wohl auf einem rumänischen Basar repariert worden
war. Zurück nach Europa nahmen wir dann die Fähre für
umgerechnet 70 Cent. Wir ließen den letzten gemeinsamen Abend
stilvoll mit Wasserpfeife und Efes unter der Galata-Brücke ausklingen.
Wir werden Istanbul und vor allem die Anrede „Hello, my friend“
vermissen.
Christian:
Der zweite komplette Ruhetag nach Sofia steht an. Aber eigentlich
kennen wir doch vom Vortag schon alles. Naja, vielleicht nicht ganz
und so besteht die erste Herausforderung des Tages darin, wieder alle
Fahrräder die Treppen des Hostels runter zu schleppen, um Istanbul
nun auch auf der Makroebene zu erkunden. Jäh gestoppt wird unser
Tatendrang nur von eben jenem, leicht überforderten Polizisten
am Brückenkopf vorm Bosporus.
Auf der asiatischen Seite können
wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, ein Bad in jenem berühmten
Gewässer zu nehmen, das nach vielen Schnellimbissen benannt wurde.
Robert läuft dazu unbefangen über ein geparktes Schiff und
noch ehe sich der Besitzer aufregen kann, schwimmt der Team-Jüngste
schon in den Fluten.
Für die Rückfahrt genehmigen
wir uns eine Fähre zum Schnäppchenpreis und fahren, stets
nach Souvenirs Ausschau haltend, zurück zum Sydney-Hostel. Das
übliche Kulturprogramm darf ebenfalls nicht fehlen, weshalb wir
natürlich die Hagia Sophia besuchen (Halsabschneider, die verlangen
Eintritt), die, wie jeder weiß, das letzte bedeutende Bauwerk
der römischen Spätantike und zugleich das erste Beispiel
einer spezifisch byzantinischen Architektur ist.
Den Abend versüßt nicht
nur McDonald's, sondern auch die Wasserpfeife mit Apfelgeschmack und
das Efes. Ich würde sagen, das haben wir uns verdient.
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