home

tour 2006

team

etappen

statistik

maps

fotos

videos

blogs & links

home

km 0:münchen(jw) | traunstein-salzburg(jw) | bischofshofen-bad gastein(jw) | klagenfurt-ljubljana(jw)
...-zagreb(jw) | prolog:münchen(ch) | ...-grödig(ch) | ...-obertauern(ch) | ...-klagenfurt(ch) | ...-ljubljana(ch)
...-zagreb(ch) | ...-plijenice | ...-slavonski brod | ...-vukovar | ...-novi sad | ...-belgrad | ...-smederevo
...-berzasca | ...-kladovo | ...-vidin | ...-berkovica | ...-sofia | ruhetag sofia | ...-karlovo | ...-sliven
...-burgas | ...-sozopol | ...-dereköy | ...-lüleburgaz | ...-büyüksehir | ...-istanbul | über den bosporus
...-sahin | ...-ipsala | ...-egiros | ...-touzla | ...-thessaloniki | ...-makrygialos | ...-krania elassonas
...-mikro peristeri | ...-igoumenitsa | fähre venedig | ...-lido di jesolo | ...-verona | ...-clusane
...-lugano | ...-airolo | ...-gross | ...-zürich(ch) | ...-lörrach(jw) | ...-freiburg(jw)

#31 Do, 13.09.07 Mikro Peristeri, km 3168 (Jan) 3574 (Christian)

Krania Elassonas – Mikro Peristeri. 128 km, 18,0 km/h. Wetter: 22°C, sonnig.
Team: Christian, Felix, Jan.

Bizykles entschwindet mittels einer List hinfort

Auch wenn das wie Angeberei klingt, war heute wieder einer der Tage, an denen wir viel weiter gekommen sind als gedacht. Nach einer Nacht mit nervigem Hundegebell (ich: „Was verspricht sich der Hund eigentlich davon, wenn er bellt?“ Christian: „Vielleicht denkt er, er könne das Zelt wegbellen“) war es recht kalt und windig am morgen, doch bald wich dieser Wind herrlichem Hochdruckwetter und strahlendem Sonnenschein wie von Christian Wettervogel vorausgesagt.

Erst ging es von Deskati, wo uns ein alter Mann mit Sense noch „Auf geht's“ (ja, auf deutsch!) zugerufen hatte, stetig bergab Richtung Kalambaka. Nennt uns Kulturbanausen, doch an der Abzweigung mit den Obstverkäufern, entschieden wir uns gegen 10 km Anstieg zum Kloster von Meteora und für die sofortige Besteigung des 1800-m-Passes.

Es ging stetig bergauf zu einem kleinen Restaurant, wo Christian den lang ersehnten Pasta-Teller fand. Den konnte er auf 18 km Abfahrt über eine frisch geteerte Straße (Schaden am Reifen wurden behoben und klebende Steinchen sind durchs Fahren einfach abgangen) verdauen. Danach ging es für ca. 20 km stetig mit ca. 7 % bergauf. Bizykles Harting konnte sich gleich absetzen und fuhr auf dem Pass 16 Minuten auf Christian und mich heraus. Dort hielt auch ein französischer Motorradfahrer an und erklärte sich bereit, ein Foto von uns zu machen. Dabei stellte er die gewagte Frage, was das denn für eine Flagge an unserem Fahrrad sei. Wir antworteten: „Griechenland“, er erwidete „aha“ und verabschiedete sich freundlich. Naja, reicht ja, wenn er die französische Fahne kennt, alle anderen Länder sind ja nicht so wichtig.

Nach einer weiteren Pause auf der Abfahrt in Metsovo erreichten wir Mikro Peristeri, einen kleinen Ort, wo wir in einer kleinen Kneipe eine sehr nette deutsch sprechende Gastwirtin trafen. Sie bereitete uns Steaks zu und sagte, wir könnten entweder in der Kirche oder in ihrem Garten zu schlafen. Wir entschieden uns für Letzteres. Dazu ertönt griechische Musik und wir können Wahlprognosen im Fernsehen gucken. Ich muss immer an meinen Griechischlehrer Herrn Bandur und somit an absurde griechische Sagen, Vokabeltests und völlig altmodische Übersetzungen denken.

 

Christian: Bevor ich das Zelt verlasse, vergewissere ich mich akustisch und dann optisch, dass auch keine Hunde mehr in der Nähe sind. Aber eigentlich müssten sie jetzt schlafen, denn schließlich bellten sie - gefühlt - die ganze Nacht über. Zum ersten Mal empfinde ich es als einen recht frischen Morgen. Jan geht es wohl genauso, denn er startet in den Tag mit ein paar lockeren Kniebeugen.

Beugen müssen auch wir uns der griechischen Wirklichkeit, und auf der leicht welligen Piste tendenziell bergab fahren, schlecht schmeckende Pfirsiche an Weggabelungen kaufen, leckere Nudelteller mit Frappe am Tankstellenrestaurant bestellen und unsere Reifen mal so richtig einteeren lassen.

Am nun kommenden Anstieg zum Pass gibt Felix seinem Schummelfahrrad die Sporen und scheucht es in atemberaubender Zeit hoch, während Jan und ich es gemütlich angehen lassen. Felix erwartet uns oben mit freiem Oberkörper auf dem Seitenstreifen liegend. Dies ist nicht nur der Anfang eines neuen Lieblingsfotomotivs, sondern wohl auch der Anfang seiner Erkältung.

Runter geht es erwartungsgemäß einfacher, wir überholen eine große Ziegenherde samt Hirten und Hunden und kehren in einem belebten Lokal am Straßenrand ein, von wo aus man absurd aussehende Jugendliche und vorbei fahrende LKWs beobachten kann. Doch langsam wird es auch wieder kühler und die Tage sind mittlerweile auch merklich kürzer. Daher beschließen wir, weiter den Berg hinunter zu fahren und dabei nach Unterkunftsgelegenheiten Ausschau zu halten. In Mikro Peristeri werden wir von einer Tankstelle zu einem Restaurant geschickt, um dort nach dem Pfarrer zu fragen, der uns in der Kirche Asyl bieten könnte. Doch bis zum geistlichen Oberhaupt des Ortes kommen wir nicht mehr, denn die (deutsch sprechende) Wirtin bietet uns neben Speisen, Getränken und Internet (doppelt so teuer wie das Essen) auch einen Zeltplatz in ihrem Garten an. Sogar eine Katzenwäsche ist auf der Toilette drin. Sie bekommt den Lance des Tages und hat als Dank ihrer Tochter ein paar Zeilen für uns diktiert.

Übersetzung:

Kleine Taube Iannina (Name des Wirtshauses)

Heute ist eine Gruppe junger Leute (Kinder) aus Deutschland in unser Geschäft gekommen. Sie nächtigten in unserem Haus. Es waren sehr nette Kinder und sie freuten sich über unsere Gastfreundschaft.
Wir wünschen ihnen einen guten Aufenthalt in unserem Land und würden uns freuen, sie wieder beherbergen zu dürfen.
Mit vielen Grüssen

Die Famile Chasani Basiliou