#35 Di, 18.09.07 Clusane/Lago d'Iseo, km 3764 (Jan) 4045 (Christian)
Verona – Clusane. 109 km, 21,1 km/h. Wetter:
25°C, heiter bis wolkig
Team: Christian, Felix, Jan.

Verblüffende
Trockenheit
Nach einer stürmischen,
aber trockeneen Nacht sitze ich auf dem Campingplatz direkt an einem
verlandeten Ufer des Lago d'Iseo.
Dieser Tag begann mit Frühstück
mit „perfekten Brötchen“ (Christian) mit Marmelade
und Milchkaffee in Verona. Felix hat eine starke Erkältung und
kauft mittlerweile fast soviele Taschentücher wie Milch.
Wir verließen Verona,
trafen noch das deutsche Ehepaar von gestern und fuhren mit 8 km Umweg
(die Verkehrsführung aus dem ansonsten großartigen Verona
heraus ist genauso verbesserungswürdig wie die Einfahrt) nach
Peschiera del Garda am Südostufer des Sees, dem einzigen Ort
seit Zagreb, an dem ich schon mal mit dem Rad gewesen war. Das Wetter
war trotz grauenhafter Prognosen gut genug, dass man noch baden konnte.
Christian machte schnell noch ein Foto von seinem Rad, „bevor's
geklaut wird“ (deutsche Passanten) bzw. bevor es weiter ging
ans Südwestufer nach Desanzano zum Penny-Markt und einer ausgiebigen
Mittags- und Badepause an der Strandpromenade.
Nach einem kleinen Hügel
waren wir bald auch schon zum Nachmittags-Cappuccino in Brescia. Der
Wind wehte die Marktstände leer und die Aschenbecher vom Tisch.
Es blieb aber bei ein oder zwei Regentropfen, danach riss der Himmel
überraschender Weise völlig auf. Gerne kamen wir Felix'
Wunsch nach, noch an den Iseo-See zu fahren, wo wir bei starkem Gegenwind
aus NW und nach weiterem Verfahren gegen 18.30 Uhr ankamen, unser
Zelt ordentlich abspannten und die Campingkartusche von Ioannina endlich
mit Sicherheitsabstand zur Kirche einweihten. Eine Passantin wünscht
buon appepito. Ich wünsche uns noch buon viaggio und einen buon
19 settembre. Meine Mutter verblüfft dadurch, dass sie per SMS
aus Einsiedeln meine Vermutung des Nordföhns und somit ziemlich
ekligem Wetter auf der Alpennordseite mit den Worten „Nein,
hier heute und bis Sonntag schön“ widerlegt. Das klingt
doch nicht schlecht.
Christian:
Wir fahren nicht direkt aus der Stadt heraus, sondern drehen noch
eine Ehrenrunde, um Verona auch bei perfekten Lichtbedingungen für
gut zu befinden. Unser nächstes touristisches Highlight heißt
nun Gardasee, den wir ziemlich schnell erreichen. Das Wetter bietet
uns gerade perfekten Spätsommer und wir springen in den See.
Auch hier hat mittlerweile die Nebensaison Einzug gehalten, jedenfalls
müssen wir nicht um einen Platz für unser Standhandtuch
kämpfen. Ohne Zweifel, dass es hier gut sein muss (schließlich
macht auch der Mannschaftsbus vom FC Nürnberg hier Urlaub), begeben
wir uns noch schnell in die historische Altstadt, bevor wir zum nächsten
Standort der Station "Gardasee" weiterfahren: dem Penny
Markt in Desenzano. Eine Bank am Ufer funktionieren wir zum Mittagstisch
um, gehen nochmals baden und erledigen andere Geschäft. Der Delling
in mir fordert einfach das Wortspiel, dass Felix mit Erkältung
im See hoffentlich nicht ganz baden geht.
Aber nun wird das Leben wieder
ernster, denn nach der Fährefahrt und entspanntem Po-Ebene-Cycling
stehen uns nun wieder ein paar Hügel im Weg. Ab wir können
es noch und landen so, immer noch recht entspannt in Brescia, einem
Ort, den ich defaultmäßig falsch ausspreche und der den
Vergleich zu anderen oberitalienischen Orten scheuen sollte. Es gibt
den Standard-Cappuccino und einen kleinen Regenschauer mit ordentlich
Wind. Leider unterläuft Felix und mir ein ziemlicher Fauxpass,
denn wir betreten das Warenangebot im Supermarkt straight durch den
großen Ein- / Ausgang zwischen den beiden Kassenblöcken.
Unwirsche Sicherheitsbedienstete belehren uns aber schnell, dass wir
doch den Eingang links zu nutzen hätten, um auch keines der feilgebotenen
Angebote im Sortiment zu verpassen. Sowas ist mir bisher auch noch
nicht passiert. Schnell weg hier, bevor die uns noch auf andere absurde
Verhaltensregeln hinweisen.
Bis zum Ziel, einem Platz am See,
ist es nun sehr mühselig. Wir haben Gegenwind an einer vielbefahrenen
Straße, nicht wirklich die richtige Orientierung und können
uns nicht direkt entscheiden, wo wir denn die Nacht verbringen. Das
romantische Abendessen aus dem Campingkocher vor der örtlichen
Kirche bildet den gekonnten Schlusspunkt eines ziemlich windigen Abends. |
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