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#36 Mi, 19.09.07 Lugano, km 3894 (Jan) 4173 (Christian)

Clusane - Lugano. 129 km, 20,5 km/h. Wetter: 25°C, sonnig
Team: Christian, Felix, Jan.

It was almost dangerous but we made it to the Massenlager

... und tatsächlich haben wir es heute bin in die Schweiz geschafft! Vom Iseo-See waren wir nach einer weiteren unsinnigen Einmal-Rund-um-die-Stadt-Straßenführung nach Bergamo gefahren. Bergamo liegt bei km 39 direkt an den Bergen und hat eine schicke Oberstadt, unterhalb der wir Cappuccino für 2,40 Euro tranken und in der Gazzetta dello Sport von deutschen Champions-League-Niederlagen erfuhren. Der erkältete Felix hustete weiter wie ein Rohrspatz, las die deutschen Zeitungen im Kiosk und plädierte für eine weitere Pause vor Como in einem Supermarkt, wo er wieder prima scheintot auf einem Parkplatz liegen (italienischer Kunde: „it is almost dangerous!“) und Christian Kakao mit Pulver mischen konnte. Es ging auf und ab, viele offensichtlich Arbeitslose fuhren auf Rennrädern an uns vorbei, und gegen 15.30 Uhr erreichten wir Como und den südwestlichsten Ausläufer vom Comer See. Dort gibt es viele Bänke zum Sitzen.

Noch ein kleiner Pass, bevor man unsere Pässe an der Schweizer Grenze gar nicht erst sehen wollte. Perfektes Wetter und die ansprechende wellige Landschaft erzeugten eine wunderbare Abendstimmung. Gegen 18 Uhr trafen wir in Capolago auf den schicken Luganer See, und um 18.30 Uhr waren wir in Lugano. Das war gerade noch rechtzeitig, um von der Signorina im Tourist Office zu erfahren, dass es ein „Massenlager“, wie „dormitory“ auf Schwyzerdütsch heißt, für 16 Euro gäbe. Das wäre ja fast für Deutschland normal, also mal angucken, dachten wir uns, und schoben unsere Räder vom See eine 50%-Steigung zum Bahnhof hinauf.

Tatsächlich gab es dort eine hübsche Villa mit Palmen, die zu diesem Preis auch Siegerländer Juristen, Bonzengymnasiasten oder sonstigen CDU-Wähler (habe nicht gefragt) im Mercedes-Bus, einem Opa mit dem lustigsten Gesicht der ganzen Tour, Fondue essenden Franzosen und italienischen Unterschlupf gewährt und eine Küche zur Verfügung stellt, in der man Spaghetti mit Christian-Hoffmann-Soße (Jägersoße mit Pilzen) zubereiten und in dem Esszimmer wie ein nicht stubenreines Kleinkind verschütten kann. Ich habe mich total überfressen (ca. 500 g Nudeln und ein Milchreis fürs carboloading deluxe) und bevor ich platze, haue ich mich zum vorletzten Mal südlich der Alpen aufs Ohr. Christian hat ein Foto von dem lustigen Opa gemacht (womöglich handelt es sich um Beat Föhn – wie sieht Beat Föhn, der im Kanton Schwyz einen Plattenladen (also Fliesen, nicht House/Techno/RnB/Alternatative) hat, eigentlich aus?), und beömmelt sich ordentlich darüber.

 

Christian: So windig die Nacht auch war, am Morgen ist dem Föhnsturm anscheinend die Luft ausgegangen. Unser Frühstück muss bis zum ersten Supermarkt warten und schnell haben wir die ersten Kilometer nach Bergamo gefressen. Es ist immer wieder erfreulich zu entdecken, wie einfach die Welt sein kann, denn in Bergamo ist der Name Programm und es gibt in der Stadt einen Berg, auf dem sich die Altstadt befindet.

Die Sonne brennt und wir genehmigen uns wie immer einen Cappuccino, der seit Italien versucht, dem Frappe den Rang abzulaufen. Über die Ränge in der Sportwelt informiert Jan sich und uns traditionell aus der Gazzetta dello Sport, und die Kellnerin informiert uns unverhofft über die Gefahr, in Bergamo oder ihrem Café Opfer von bösen Taschendieben zu werden. Bergamo ist eben nicht Venedig.

Aufgrund solcher Gefahr spitzen wir Ohren und fahren schnell weiter übers Land nach Como. Felix läßt sich von seiner Grippe nicht ins Bockshorn jagen und rollt tapfer mit. In Como belohnen wir ihn dafür mit einer längeren Pause am See und einem Stadtrundgang, auf dem ich einen Reisebus aus dem Kreis Ahrweiler entdecke. Es kann also nicht mehr weit sein. Am See posieren zudem zwei Modells für ein Foto-Shooting, auf dem sie vielleicht für den Neckermann-Katalog die neue Bizycles-Kollektion auftragen.

Die Schweiz beginnt am Grenzübergang Chiasso, den ich bisher nur aus dem Radio kenne. Gemütlich rollen wir in der Abendsonne am Luganer See zur gleichnamigen Stadt. Damit auch heute ein Rekord aufgestellt wird, gibt es vom See bis zum berüchtigten Massenschlaflager die längste Distanz, die wir die Fahrräder auf der Tour geschoben haben (mehr als ein einen Kilometer). Im Bahnhofssupermarkt kann ich Jan überzeugen, doch mal "Jäger-Nudeln" auszuprobieren. Schon vor der Feinkostsession kann Jan mit der Nachricht verblüffen, dass Tobi definitiv wahrscheinlich am Samstag nach Einsiedeln kommen wird. Super! Noch ein paar gesellschaftliche Studien im Speisesaal und dann ab ins (Massen-)Bett.