<< 18. Etappe, 13. August: Mtskheta - Tbilisi >>
Jan: Mission accomplished: Mit Acht auf den letzten 8 km nach TbilisiSo, wir haben auch diese Sommertour gut überstanden, lässt sich festhalten. Geil!
Christian: Keine Ursache, große WirkungGanz ruhig können wir den Tag angehen lassen und beim ausgedehnten Frühstück auf unserer Terrasse feststellen, dass Würstchen hier einen ungemein hohen Stellenwert haben. Eine weitere Verbundenheit der georgischen mit dem deutschen Volk. Die Mutter des internet-liebenden Hotelbesitzers spricht zudem noch ein paar Brocken Deutsch und übersetzt ein bisschen die Reisetipps ihres Sohnes bei unserem Abschied. Und dann passiert: Wir fahren ein Stück doppelt, nämlich ca. 6 km zurück zur Autobahn nach Tiflis. Wann haben wir das zum letzten mal gebracht? In Zalaszentjakab ? (Anm. Jan: Ich werfe Alpe d'Huez in den Ring). Schon bald erreichen wir Tiflis mit einem ideal angebrachten Schild für Zielfotos. Kurz danach nochmal Aufregung, denn der Draht hat Jans Vorderrad gestern wohl nachhaltiger beschädigt als zunächst angenommen. Zumindest geräuschtechnisch droht es jetzt jeden Augenblick zu implodieren. Gut, dass das jetzt erst passiert. Ironie des Schicksals? Ich weiß nicht, scheiß egal. T I F L I S, hammer! So, nach ausgiebigem genießen unseres Erfolges am Platz des unbekannten Poeten beschließen wir uns mal ein Dach über dem Kopf zu besorgen. Wir sind am Ziel, haben massig Zeit und da können wir uns schonmal was gönnen. So fahren wir der Reise-Know-How-Empfehlung hinterher und stellen stellen fest: An den angegebenen Stellen befindet sich zwar jeweils immer ein Hotel, nicht jedoch das im Reiseführer beschrieben. Und ganz ehrlich gesagt, bemerke ich das erst recht spät, nämlich als mich Claudia darauf aufmerksam macht. Zu dem Zeitpunkt hatte ich uns bei der Solitär-süchtigen Hotelbesitzerin aber schon eingecheckt und weil uns auch hier nicht direkt Kakerlaken unter den Bettlaken erwarteten blieben wir einfach hier. Außerdem sind wir die einzigen Gäste, das braucht man auch keine Angst vor wilden Hochzeitsfeiern oder überfüllten Frühstückssälen zu haben. Wir entscheiden uns natürlich für eine ausgiebige Besichtigung der Stadt inkl. Abstecher zum heimlichen GND-Sponsor McDonalds. Als Hauptstadt kann Tbilisi natürlich mit einem Prachtboulevard glänzen, den Tobi aber kritisch auf Detailpracht untersucht und nur mit dem Kopf schütteln kann. Ich hingegen plage mich mit ewiger Warterei, Quittungen, Durchschlägen herum. Dabei möchte ich mich weder einbürgern lassen noch einen Schwerindustriekomplex genehmigen lassen. Ich möchte einfach nur ein paar Briefmarken. Endgültige Zweifel, dass Briefbeförderung zum Kerngeschäft der georgischen Post gehören kommen mir, als die Beamtin im benachbarten Blumengeschäft Wechselgeld holen gehen muss und ich jeweils ½ Postkarte mit Marken bekleben muss, damit sie vielleicht irgendwann mal außer Landes befördert werden. Der eigentliche Knaller ist aber die kurze Oberschicht- / und Tourikneipenmeile, die hier wie ein Paradiesvogel unterhalb der Mutter Georgien zu finden ist. Wie für uns gemacht um endlich mal den Finisherzigarillo zu rauchen und einen der besten Hot Chocolates ever zu trinken. Steigt ziemlich in den Kopf, so muss es sein. Nachdem der Security uns im Beatles Club doch tatsächlich 7 Lari Eintritt für seinen leeren Club abverlangen wollte machten wir Kertmarsch und folgten unseren Ohren zum „Back in the USSR“ Club. Am nächsten Tag spielte dort übrigens dieselbe Band schonwieder, aber diesmal wurde ich vom Türsteher im Beatlesclub auch per Handschlag begrüßt. Von Eintrittsgeld war keine Rede mehr. Das muss man nicht verstehen. Verstehen kann ich aber den Umbau des Tifliser Hauptbahnhofes in eine Art Railcity. Ist ne recht dunkle Angelegenheit hier, aber immerhin scheint das georgische Eisenbahnsystem schon besser ausgebaut zu sein als das türkische. Trotzdem lädt der Ort nicht unbedingt zum dauerhaften Verweilen ein und wir erkunden die Stadt weiter per Pedes und per U-Bahn. Man merkt echt nicht, dass es sich hier um ne Millionenstadt handelt. |
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